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Baustelle statt Hörsaal

Handwerk will stärker um Gymnasiasten werben/11,65 Prozent der Azubis haben Abi oder Fachabi

Wozu Abitur machen, wenn man am Ende doch "nur" eine Ausbildung macht? - Eine Frage, die sich viele Abiturienten stellen und die dem Handwerk Sorgen bereitet. Der Branche gehen nämlich die Gymnasiasten aus, meldet der Zentralverband des Deutschen Handwerks und kündigt an, in Zukunft auch gezielt um gute Schulabgänger zu werben.

In Schaumburg liegt der Anteil der Handwerks-Azubis mit Abi oder Fachabi bei 11,65 Prozent, teilt die Handwerkskammer Hannover mit. Für Dennis Pohlmann (28) und Marvin Zepp (23) war das Fachabi überhaupt kein Hindernis, ins Handwerk einzusteigen.

Seit Sommer 2013 lassen sie sich bei "Ahrens Dachtechnik" in Bückeburg zum Dachdecker ausbilden. Beide haben sich ganz bewusst für einen praktischen Beruf entschieden. Pohlmann brauchte allerdings eine Weile, bis er den richtigen Job für sich fand.

"Die Selbstfindung kam ziemlich spät", erzählt er. Nach seinem Hauptschulabschluss hat er alle nötigen Abschlüsse nachgeholt, um am Wirtschaftsgymnasium sein Fachabi zu machen. Anschließend hat er vier Semester Betriebswirtschaft studiert, bis er sich die Frage stellte "Will ich wirklich mein leben lang im Büro oder am PC sitzen?"

Die Entscheidung fiel gegen das Studium aus und bislang bereue er es keineswegs, den Hörsaal gegen die Baustelle eingetauscht zu haben. Wenn er die Ausbildung gut besteht, möchte er zunächst einige Jahre Arbeitserfahrungen sammeln und dann noch seine Meisterausbildung machen - an Perspektiven mangele es auch im Handwerk nicht. Außerdem "lernt man fürs Leben".

Die handwerklichen Fähigkeiten, die er in der Ausbildung erwirbt, könne er auch im Alltag immer wieder anwenden. Zepp hat sich nach seinem Fachabi und dem Bundesfreiwilligendienst in einer Behinderteneinrichtung für den Dachdeckerberuf entschieden.

"Ich hätte nicht gedacht, dass ich mal ins Handwerk gehen würde" - früher habe er eher vor dem Computer gesessen. In seiner Clique sei er der Einzige, der eine Ausbildung macht, die meisten seien an die Uni gegangen.

Das Vorurteil "nur dumme Leute gehen ins Handwerk" will er ausräumen. Für ihren Ausbilder Dieter Ahrens spiele es keine Rolle, ob sich nun jemand mit oder ohne Abi bewerbe. Er habe den beiden Kandidaten aber vorab klar gemacht, dass der Ton auf der Baustelle manchmal rauer sei als im Hörsaal.

Wichtig für den Dachdeckerberuf sind ihm zufolge Geschicklichkeit, Zuverlässigkeit und natürlich Höhentauglichkeit. In der Ausbildung verdiene man im ersten Lehrjahr 550 Euro, im zweiten Jahr 750 Euro und im dritten Jahr 950 Euro.

Gegen eine Ausbildung hat sich Sebastian Sturm (19), Oberstufenschüler der Gesamtschule Schaumburg, entschieden. Nach dem Abitur, das weiß er schon jetzt, will er an die Uni gehen. Vor dem Abschluss der zehnten Klasse musste er die wichtige Entscheidung treffen: Mache ich das Abitur oder eine Ausbildung?

"Bei der Berufsberatung wurde mir damals dazu geraten, das Abitur zu machen, damit ich mehr Chancen bei der späteren Berufswahl habe", erinnert sich Sturm. Er folgte dieser Empfehlung, auch aus dem Grund, dass er sich mit 16 Jahren noch nicht in der Lage sah, sich für einen Beruf zu entscheiden.

"Mir gefiel der Gedanke nicht, mit 16 eine Ausbildung anzufangen, und diesen Beruf dann bis zum Renteneintritt zu machen", erzählt der 19-Jährige. Sturm glaubt mit einem Studium bessere Chancen auf dem Arbeitsmarkt zu haben.

Trotzdem möchte er die handwerklichen Berufe nicht schlechtreden, sagt er. "Mir käme es mit einem Abitur einfach komisch vor, eine Ausbildung zu starten, wozu habe ich denn dann das Abitur gemacht?

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